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Jahrhundertmaßnahme am Paderborner Dom

Michael Diwo inmitten der Apostel Michael Diwo inmitten der Apostel

Link zum Beitrag in der WDR Lokalzeit

Dazu ein Artikel der Neuen Westfälischen :

Michael Diwo rekonstruiert drei lebensgroße Apostelfiguren aus Elbsandstein

Paderborn. Der Paderborner Dom wird einer Erfrischungskur unterzogen. Zum Beispiel mit dem neuen Kupferdach. Doch auch an anderer Stelle zeigte sich Sanierungsbedarf, beispielsweise an der Fassade und ihren Figuren. So befinden sich derzeit drei lebensgroße Apostelfiguren in der fachmännischen Obhut von Michael Diwo.

Steinmetz- und Steinbildhauermeister Michael Diwo ist stolz. Und dazu hat der begeisterte Handwerker auch allen Grund. Denn Steinmetz- und Bildhauerarbeiten in der Dimension und Schwierigkeit wie er sie gerade für den Paderborner Dom verrichten darf, gab es in und um Paderborn seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. In der Auftragsvergabe stand Diwo in Konkurrenz zu Branchengrößen, setzte sich gegen die Fertigung im Ausland jedoch durch.

Seine Arbeit umfasst die Rekonstruktion von drei lebensgroßen Apostelfiguren aus Elbsandstein, die mit jeweils circa 250 Kilogramm zu Buche schlagen. Diese werden von Diwo direkt in seiner Werkstatt im Paderborner Riemekeviertel gefertigt. "Die Genauigkeit der Repliken wird dabei regelmäßig vom Bauherrn inspiziert und kontrolliert", berichtet Diwo. Die Figuren werden dabei zu siebzig Prozent von dem Handwerker vorbereitet. Dann folgt noch einmal ein Termin mit der Kunstkommision. Danach wird die Arbeit "frei Auge" vollendet. "Darauf freue ich mich am meisten", so Diwo. Am Ende hat er je Figur rund 200 Arbeitsstunden investiert, bevor diese dann ihren Platz auf dem Paderborner Dom einnehmen. Die alten Figuren kommen ins Museum.

Neben den drei Figuren sind auch Fialen des Paderborner Doms in fachmännischer Bearbeitung. Für diesen Auftrag zeichnet die Firma Ars Colendi im Benhauser Feld in Paderborn verantwortlich. Auch hier leistet Michael Diwo wichtige Unterstützung und bringt seine bildhauerische Kompetenz mit ein.

Sein Handwerk erlernte Michael Diwo im Betrieb von Vater Hans Diwo. Direkt nach der Lehre beim Vater zog es ihn in die Ferne. Der Tätigkeit am Erfurter Dom - noch vor der Wende - folgte eine Anstellung bei der Münsterbauhütte zu Basel.

Als Stipendiat der Stiftung für Begabtenförderung im deutschen Handwerk verbrachte Diwo dann einen Sommer an einer europäischen Restaurierungsakademie in Venedig. Dort erreichte er den europäischen Mastro. Den deutschen Meistertitel im Bildhauerhandwerk erhielt er in Mainz.