News

1.Platz im bundesweiten Wettbewerb

Bundespreis für Ditzinger Steinmetz-Gesellen

2012_hand_valentino_holzsockel_1_platz_die_gute_form

 

Ein Blick, ein Griff, ein Zeichen: Wo Jugendliche sich begrüßen, machen sie daraus gern ein Ritual – Du und ich, wir gehören dazu! So weit, so verbreitet. Eher ungewöhnlich erscheint dagegen der Versuch, die alltägliche, flüchtige Gestik und Mimik solcher Rituale bildlich festzuhalten. Noch dazu in Stein. Doch genau das hat Valentino Biagio Berndt gewagt, und er hat damit im wörtlichen Sinne gewonnen. Für sein Werk „Jugendmimik“ wurde der Geselle aus Ditzingen vom Zentralverband des Deutschen Handwerks mit einer Ehren-Urkunde als 1. Preisträger für „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“ und damit als Bundessieger im Wettbewerbsberuf Steinmetz, Fachrichtung Steinbildhauer, ausgezeichnet. Der Wettbewerb „Die gute Form“ wird jährlich ausgetragen, parallel zum Praktischen Leistungswettbewerb (PLW); Veranstalter ist die Bundes-Innung „Bund Deutscher Steinmetze“, gemeinsam mit der Stiftung für Begabten-Förderung im Handwerk. Das erklärte Ziel der Innung ist es, mit dem Preis die Design-Qualität speziell im gestaltenden Handwerk zu fördern. Entsprechend hoch sind die Anforderungen. Wer sich bewerben will, muss schon mal seine Gesellenprüfung mit mindestens „gut“ bestanden haben. Als Nächstes gilt es die Vorauswahl der Fachjury zu bestehen. Selbstverständlich muss das eingereichte Werk eine eigenständige Schöpfung sein, die Idee dazu von der Gesellin oder dem Gesellen selbst entwickelt. Darüber hinaus zählt ein erkennbares Konstruktionsprinzip und vor allem die ästhetische Qualität. Mit seinem Gesellenstück hatte sich Valentino Biagio Berndt gleich mehreren Herausforderungen auf einmal gestellt. Denn wenn es um eine realistische Darstellung geht, gilt die Hand als besonders anspruchsvolles Körperteil. Die gewählte Haltung erfordert einen Durchbruch im Stein, was den Schwierigkeitsgrad zusätzlich erhöht. „Zeige- und Mittelfinger bilden einen Ring, da soll der andere durchschauen“, erklärt Berndt. „Mich hat die kulturelle Bedeutung interessiert, die von einer einfachen Geste ausgeht.“ Dann hat er sich darangemacht, seine eigene Hand in doppelter Größe naturgetreu in den Kalkstein zu übertragen. Die Schwierigkeiten waren klar, aber eben das empfand Berndt als reizvoll. Durch die solide Ausbildung im Ditzinger Handwerksbetrieb Die Steinwerkstatt Stefan Machmer habe er ja die fachlichen Voraussetzungen und das Selbstvertrauen mitbekommen, eine Aufgabe wie diese zu bewältigen. Eine solch hohe Auszeichnung hatte allerdings weder der Geselle noch der Steinmetz-Meister Stefan Machmer erwartet. Doch den freut sie auch: „Wir legen seit jeher viel Wert auf gute Ausbildung. Ein Preis wie ‚Die gute Form‘ für einen Gesellen aus der Steinwerkstatt ist natürlich eine schöne Bestätigung.“ – Mit der Urkunde ist sie jetzt gewissermaßen amtlich in Stein gehauen.   Bericht: Ulrich Steller