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Grabsteinrecycling in Deutschland statt Kinderarbeit aus Indien!

Das Thema ‚Grabsteine aus Kinderhand‘ ist seit Jahren immer wieder in der Öffentlichkeit. Obwohl die Lobbygruppen mit massiver Pressearbeit dagegenhalten, reißen die Berichte in ganz unterschiedlichen Medien nicht ab:

11.6.15, SZ.de: „Fair bis zuletzt – Viele Grabsteine in Deutschland stammen aus Kinderarbeit, zum Beispiel aus Indien.“ 19.6.15, Friedhofskultur: „Verbot für Grabsteine aus Kinderarbeit gekippt.“ 19.8.15, Natursteinonline.de: „Workshop zum Thema Grabsteine ohne Kinderarbeit.“ 6.9.15, Bonifatiusbote: „Von kleinen Händen gehämmert – Viele Grabsteine auf Friedhöfen kommen aus indischer Kinderarbeit.“

 

Aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtete der BUND HEIMAT UND UMWELT (BHU) am 13.-14. Januar 2015 den Natursteineinsatz in Deutschland. In einem Expertenworkshop unter dem Titel „Schöne Steine aus der Heimat“?! ging es auch um Nachhaltigkeit in der Grabsteinherstellung.                                                              

Als Referent des Workshops ging das Portalmitglied Bernd Foerster speziell auf den Werksteinbedarf für Grabmale ein und thematisierte eine erstaunliche Möglichkeit: Grabsteinrecycling als Basis für nachhaltige und bedürfnisorientierte Gemeinschaftsgräber.

Beeindruckend sind bei diesem Verwertungs-Ansatz nicht nur die Zahlen:          

250.000 neue Grabmal kommen derzeit jährlich auf deutsche Friedhöfe, aber noch mehr werden jedes Jahr – nach Ablauf der Ruhezeit – von den Gräbern entfernt, meist zerschlagen und entsorgt,

sondern auch die Vorteile für Mensch und Umwelt bei dieser alternativen Grabmalherstellung - ethisch vertretbar, ökologisch sinnvoll und zu fairen Bedingungen.

Mit sehr geringem Kostenaufwand könnten aus Recyclinggestein Konzeptgrabmale für Gemeinschaftsgräber hergestellt werden, die auch aus den ‚ganz kleinen Geldbeuteln‘ zu finanzieren sind, ja sogar die ‚Sozialbestatteten‘ könnten in zukunftsfähigen Bestattungsgemeinschaften ein namentliches Andenken finden!

Es gibt beim BHU eine gedrucke Dokumentaion der gesamten Veranstaltung, der Artikel daraus von Bernd Foerster ist hier verlinkt (Pdf-Datei 1,5 MB): Denk mal  zukunftsorientiert 

Ein solches ‚Bürgermodell‘ erfordert jedoch ein Engagement von Menschen, die bereit sind soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen,  die in ihrer Heimat verwurzelt und möglichst auch schon im Naturschutz eingebunden sind.

Sie müssen vor Ort die Verwertung der Altgrabsteine anregen, die Einrichtung zukunftsorientierter Grabfelder einfordern und diese im Idealfall auch gemeinschaftlich betreuen, damit gepflegte Orte der Kommunikation, Erinnerung und Trauerbewältigung entstehen.

 

Grundsätzlich sollte sich jedoch die gesamte deutsche Grabmalwirtschaft mit der Frage des Recyclings von Altgrabsteinen auseinandersetzen. Die Fachzeitschrift 'Naturstein' stellt in der Ausgabe 11/15 den hier verlinkten Artikel (Pdf-Datei 315kb) deshalb auch unter die Überschrift: GRABSTEINRECYCLING ALS CHANCE